Das Kind in mir

Das Kind in mir liebt Spielzeug

Wenn mein Kind nicht das macht, was ich möchte, oder mir seit gefühlt einer Ewigkeit die Ohren volljammert – natürlich ohne ersichtlichen Grund – und sich null um sein Spielzeug schert und ich dann voller Wut und Verzweiflung mit den Füßen aufstampfe und schreie, dann frage ich mich sehr sehr oft, wer hier wohl das Kind ist. Eine ordentliche Watsche – natürlich nur von der Mutter für die Mutter – und es hilft mir, wieder zu Sinnen zu kommen und meinen mütterlichen Pflichten gerecht zu werden.

Das böse Kind in mir

Irgendwie scheine ich noch immer nicht darüber hinweg gekommen zu sein, dass meine Bedürfnisse nun mal ad acta gelegt sind. Es kommt immer zuerst das Kind. Aber das bockige Kind in mir will weiterhin egoistisch sein. Und einfach mal zuerst aufs Klo gehen, bevor ein Buch gelesen wird, oder kochen, bevor gesungen wird. Auch wenn ich dann trotzdem meist – des Friedens Willen – eine Lesung am Klo abhalte oder mich als singende Köchin versuche. Ein bisschen gewonnen habe ich da schon. Obwohl eigentlich nennt es sich ja Kompromiss.

Ist es also so schlecht, wenn ich auch mal das Kind raushängen lasse und spinnend und schweigend ins andere Zimmer verschwinde, heimlich gegen die Couch trete – mir dabei natürlich fürchterlich den kleinen Zeh verletze – und mir die Decke über den Kopf ziehe? Nach – oh mein Gott – 21 Monaten Mutterschaft – sage ich: Absolut nicht! Es gibt einfach Momente da MUSS man sich selbst wieder den Vorrang geben. Beginnt also mit Kleinigkeiten, wie eben beschrieben, und hat auch unbedingt Kind-Auszeiten zu beinhalten! Weil, und ich liebe diesen Spruch einer sehr lieben Familienmentorin noch immer sehr:

„Die Liebe und Aufmerksamkeit, die eine Mutter sich selbst schenkt, kommt auch ihrem Kind zugute!“

Es tut mir leid, den wahren Urheber nicht zu kennen, den Satz habe ich von Familienmentorin Silvia Klosz <3

Das gute Kind in mir

Ein bisschen schäme ich mich für meine kindlichen Ausbrüche, aber ich habe sie als Teil des neuen Mama-Alltags akzeptiert. Und nach so einer kleinen Pause, kann man sich auch wieder auf das Wesentliche besinnen. Das heißt bei uns: Beschäftigung mit dem Kind. Weil, ich habe es in diesem Beitrag schon erläutert, das Kind kann sich unmöglich mit sich selbst beschäftigen. Es reicht dem Kind wirklich einfach nur auf Mama oder Papa oder einer anderen Vertrauensperson zu kleben und in die Luft zu starren. Tatsache!

Ich habe heute Morgen sehr viel darüber nachgedacht, als ich glaubte, ich spiele mit dem Kind. Es saß auf meinem Schoß und reichte mir Puzzleteile, die ich an die richtigen Stellen setzen musste. Man möge jetzt meinen: Super, das Kind spielt. Als ich dann aufstand, um einen Schluck Wasser zu trinken: Eskalation. Beobachtung: Kind spielt nicht mehr.

Konstante „Mama“ fehlt, um Variable „Spielen“ durchführen zu können.

Scherzhaft sagte ich dann zu ihr: „Du brauchst ja gar kein Spielzeug, sondern einfach nur mich!“
Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das stimmt nämlich wirklich. Ein Kind braucht keinerlei Spielzeug! Und weshalb kaufen wir dann wie blöde ein und erfüllen uns alt gehegte Kindheitsträume? Weil WIR uns mit irgendetwas beschäftigen müssen, während das Kind auf uns klebt.

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