Mama muss raus – Party wie damals

Wenn Mama Party macht

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Aufmerksamkeit, die eine Mama sich selbst schenkt auch dem Kind zu Gute kommt. Deshalb waren bei uns auch von Anfang an Mama-Auszeiten am Plan. Angefangen im Wochenbett mit 5-Minuten heißen Duschen bis hin zu einem Kinoabend mit Freunden, oder einem Mama-Wellness-Tag. Das lädt die Akkus für mindestens einen Monat wieder ganz gut auf. Oder zumindest bis zum ersten Wutanfall des Kindes.

Mama-Nachtschichten

Aber in der Nacht, da gab es nie ein entkommen. Ich gehöre ja zu den abnormalen Müttern, die noch stillen. Ich mache es nachts heimlich, bis vor Kurzem stündlich, damit ich vor allem die Gesellschaft ärgern kann. Das hat mich natürlich auch nächtliche Unternehmungs-Möglichkeiten gekostet. Weil – so gut der Mann auch schon gelernt hat – er traut sich immer noch nicht, seine Nippel dem Familienwohle zu opfern. Aber nachdem ich Mutterschaft nach „Ich tu das was sich für mich und das Kind gut anfühlt“ praktiziere, war es mir egal. Und weil sich nicht immer alles gleich gut anfühlt, war es irgendwann mal so weit, dass ich dem ein sehr schönes Ende gesetzt habe. Meine Tochter und ich haben das ausdiskutiert und für gut befunden, wie ihr hier nochmal nachlesen könnt: Der Traum vom Schlaf.

Bad Moms on Tour

Was tun also mit soviel neu entdeckter Freiheit? Ich habe sofort und auf der Stelle einen Club der dem Nervenzusammenbruch nahen Mütter gegründet und einen Ausgeh-Abend organisiert. Vollkommen motiviert und glücklicherweise alle gesund haben wir uns zum Essen getroffen, um anschließend die Lokale unsicher zu machen. Nach drei Stunden Freiheit, haben wir uns gefragt, ob es sich noch auszahlt einen Kaffee zu trinken, um nicht auf der Stelle einzuschlafen, oder ob wir uns geschlagen geben. Rückblickend betrachtet wäre eine Pyjama-Party wohl besser gewesen. Aber wir gaben uns nicht geschlagen und entschlossen uns, zumindest eine Location aufzusuchen, um aus dem „Essens-Date“ doch noch ein „Party-Date“ zu machen.

Party mit den Augen einer Mutter

Liebe Mamas, wenn ihr so etwas plant, tut es uns nicht gleich und geht in die grindigste Almrausch-, Après-Ski-Party-Bude, die ihr finden könnt. Es ist furchtbar. Man kämpft sich durch die Massen, die sich hauptsächlich zwei Kategorien gliedern lassen:

Die „Meine Kinder sind schon alt genug“-Eltern

Gliedern sich in harmlose Mütter in den besten Jahren, die wirklich einen drauf machen und feiern, dass sich die Jugend schämt. An denen hätten wir uns ein Beispiel nehmen können. Aber auch geschiedene Väter, die mit schmierigem Grinsen ihre Körper an deinen reiben wollen und das tanzen nennen.

Die „Meine Eltern wissen nicht, was ich treibe“-Kinder

Der Horror! Man betrachtet die Jugend nur noch unter dem Aspekt: Mein Kind in 15 ? hoffentlich erst 100 Jahren! Das könnte meine Tochter sein! Und der Kerl daneben der Grund weshalb der Papa dann ins Gefängnis muss. Es ist nicht auszuhalten! Am liebsten würde ich den Mädchen mit zu tiefem Ausschnitt meine Jacke geben, oder dem Mädchen mit der Maske ein Abschminktuch. Den Burschen, der vollkommen alkoholisiert auf unserem Tisch Liedertexte mitgrölt, würde ich am liebsten einen Kübel mit Eis über den Kopf leeren und eigentlich würde ich am liebsten schreiend davonlaufen und mit meinem Baby im Bett kuscheln.

Wir bleiben tapfer und trinken noch aus, danach verabschieden wir uns erschöpft, aber immerhin erst um 3 Uhr früh von einander, um in unser neues Leben zurückzukehren. Und wir sind um eine Erfahrung reicher: Jedes Alter hat seine ganz besondere Zeit. Und mag das Kind auch noch so anstrengend sein, wir wissen, dass der Tag kommen wird, an dem wir uns auch das wieder herbei sehnen.

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