Kuriose Hobbys eines Kleinkindes

Hobbys eines Kleinkindes

In irgendeinem “Ich-sag-dir-wie-dein-Kind-tickt”-Buch hab ich mal gelesen, dass ab irgendein einem Monat oder Schub oder Phase oder was weiß ich was, die Vorlieben des Kindes zum Vorschein kommen. Mein Kind ist 14 Monate und ich bin mir nicht sicher, ob es irgendwelche Vorlieben, geschweige denn Hobbys ausser Mamas Busen hat.

Kinder-Manipulation leicht gemacht

Wenn ich aber ganz ganz fest nachdenke und mein Kind beobachte, dann fallen mir vielleicht drei Fixierungen auf, die sich manifestiert haben. Bevor ich diese aber nun verrate, nochmal zurück zum Thema: Dein Kind entdeckt Vorlieben.
Ich glaube nämlich nicht, dass sie die tatsächlich selbst entdeckt hat. Ich glaube wir haben das unbewusst antrainiert. Ihr eingeflößt. Gehirnwäsche betrieben. Manipuliert. Man glaubt nämlich irgend ein Interesse in den Augen seiner Kinder aufblitzen zu sehen und reißt gleich die Hände in die Höhe vor Freude, weil das Kind mag Brokkoli, gibt Bussis und winkt einem zu.
Dass Ersteres nach dem zweiten Mal demonstrativ auf den Boden geschmissen wird, Zweiteres nur gemacht wird um anschließend an Mamas Busen zu kommen und das Dritte nur suggerieren soll: Ich hab die Schnauze von euch voll und geh jetzt, wird ignoriert. Immer wieder wird das Kind dann mit seinen vermeintlichen Interessen konfrontiert. Schau Brokkoli!! Brokkoliiiii Mhhhhh. Gib Bussi, Mama will ein Bussi und Papa auch. Babaaaa, winken!! Babaaaa. Kind kennt also nichts anderes mehr als diese drei Trigger – eh voilà es hat ein Interesse entwickelt.

Hobbys eines Kleinkindes

Bei uns sind aber jetzt nicht unbedingt Brokkoli, Bussis und Winken hoch im Kurs (vor allem Zweiteres haben wir in diesem Haus verboten, weil Kinderviren – eh schon wissen). Folgende Interessen zeigt unser Kind dank unserer hartnäckigen Gehirnwäsche:

  1. Hühner-FixierungArtikulation:
    Ihr erstes Wort “Pipi”. Dabei mit leicht russischem Akzent ausgesprochen. Äußerst süß.
    Demonstration:
    Wir haben eine Sammlung an Spielzeughühnern und bei Oma und Opa wird immer zuerst zum Hühnerstall gedrängt, um die “Pipi” [leicht russischer Akzent] zu bestaunen.
    Gehirnwäsche-Vorgang:
    Oma fragte monatelang das Kind, wo denn die “Pipi” sind. Mama fragte monatelang, wie denn die “Pipi” machen.
    Problemstellung:
    Hühner-Liebe geht zu weit. Nach dem Konsum der “Pipi”-Suppe, machte das Kind “eiei” mit einem Stück Fleisch.
  2. BücherwurmArtikulation:
    Nicht notwendig, man liest leise.
    Demonstration:
    Bücher werden aus der Kiste gezerrt und dann als Schlittschuhe missbraucht, um sie der Mama oder dem Papa zu bringen, damit man das jeweilige Buch studiert.
    Gehirnwäsche-Vorgang:
    Easy: Mama kennt man schließlich nur mit Buch. Außerdem machen die Hühnerbilder da drinnen Geräusche!
    Problemstellung:
    Wir haben mittlerweile zu viele Bücher, sodass sich das Kind nicht mehr entscheiden kann. Wir fangen mit einem Buch zu lesen an und bekommen wutentbrannt gleich das nächste hingeknallt. Simultan-Lesen oder Multitasking-Booking ist gefragt.
  3. Smartphone-JunkieArtikulation:
    jajajajajajaja
    Demonstration:
    Jeder Gegenstand, mit Vorliebe die Smartphones von Mama und Papa, werden zum Ohr gehalten.
    Gehirnwäsche-Vorgang:
    Die Oma kauft ein Spielzeug-Handy. Danke! Es liegt sicher nicht daran, dass Mama und Papa ständig in diese kleinen Kastln glotzen.
    Problemstellung:
    Der einzige Knopf am Smartphone wird so lange gedrückt, bis sich die Sprachassistentin meldet und mit der gequatscht wird, oder: es werden wahllos Leute angerufen, oder: es werden Apps verschoben, oder: die ToDo-Liste auf Papas Smartphone wird einfach gelöscht.

Ich hoffe inständig, dass unser Kind kein introvertierter Asozialer wird, der daheim eine Schar Hühner zu seinen einzigen Freunden zählt. Oder noch besser: Hühner-Dealer über’s Smartphone. Und die Biografie gibt’s dann als Buch. Titel: “Mein Weg zur Zwangsstörung”. Danke Mama. Danke Papa.

Hobbys eines Kleinkindes - so trainiert man Interessen an

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