Die Kinderviren sind los

Die Kinderviren sind los - und damit starten wir mit der ersten Kinderkrankheit

Ein Jahr haben wir uns ohne Krankheiten durch die Babyzeit gekämpft. Und letzte Woche hat es die Kleine völlig erwischt. Mein Kind ist krank. Hat Fieber. Bekommt keine Luft. Jammert. Klammert. Isst nichts. Ich hatte ja schon immer Angst vor dem ersten Mal krank sein. Diesen gefürchteten Kinderviren. Und dann hängt mein Kind wirklich da, mit tränenden Augen, vollkommen schlapp und du weißt nicht was du tun sollst. Du weißt nicht wohin du den Fiebermesser am besten stecken solltest und wie oft und wie du das Zeug aus der Nase deines Kindes bekommst, ohne den Staubsauger raus zu fassen.

Kinderviren kennen kein Erbarmen

Und während du dich das alles fragst, ignorierst du komplett dieses kleine Kratzen im Hals. Die Müdigkeit auch. Schließlich ist dein Kind krank und braucht nochmal soviel Zuwendung. Aber wenn du dann eines morgens nicht mehr aufstehen kannst, dein Kreislauf nicht mehr vorhanden ist und jemand deinen Hals mit Drahtseil zugeschnürt hat, weißt du: Verdammt, die Kinderviren sind los und verschonen auch Mamas nicht.

Die Bussi-Gesellschaft

Vor ein paar Monaten haben wir es ja noch so süß gefunden, dass sie jedem und allen ständig Bussis gibt. Ganz abgesehen vom Geschmuse mit ihrem Baby-Freund, das schon wirklich nicht mehr jugendfrei war. Der Baby-Freund geht in die Krabbelstube. Patient 0 also. Und meine Tochter schmust mit ihm. Lasset die Immunabwehr beginnen!

Wir bauen ein Immunsystem

Hat ja auch was Gutes, wenn das Kind da jetzt mal ein bisschen in Sachen Immunsystem geschult werden muss. Schlecht ist allerdings, dass das Immunsystem der Mutter diese Kinderviren auch nicht kennt und nachsitzen muss.
Wir brauchen also Papa-Pflege und Papa braucht eine Pflegefreistellung und die Mama muss für die Papa-Pflegefreistellung zum Arzt. Und bis dahin dachte sich die Mama immer noch nichts, weil ist ja bloß eine Erkältung.
Und dann sitzt du mit “nur” Halsweh und einem nicht vorhandenem Körpergefühl vor dem Arzt und denkst, alles ist nicht so tragisch und dann kommt eine Diagnose, mit der ich nie gerechnet hätte.

Die eigentliche Krankheit

Der Arzt schaut mich an und fragt bezüglich der Medikamente-Verschreibung, ob ich noch stille.
Ja tue ich. Wie alt denn das Kind sei? 1 Jahr. SCHOCKMOMENT. Der Arzt fällt fast vom Stuhl. Dreimal muss er nachfragen, ob er richtig gehört hat. Das Kind ist also 1 Jahr und bekommt zeitweise immer noch Muttermilch, die die Abwehrkräfte stärkt, wertvolle Nährstoffe hat und im Moment das Einzige ist, das mein Kind während dem Krank-Sein zu sich nimmt.
Der Arzt denk sich also:

“Kein Wunder, dass in dieser Familie alle krank sind, immerhin werden hier Halb-Erwachsene noch gestillt. Verrückt, was diese Alternativ-Mamas ihrem Nachwuchs heutzutage antun.”

Ich denk mir also:

“Ich brauche einen neuen Hausarzt!”

Krankenlager deluxe

Vielleicht hat mich auch diese Reaktion so aufgeregt, dass ich ein paar Stunden später mit Fieber völlig ausgeknockt im Bett liege und abwechselnd schwitze und friere. Das letzte Mal ging es mir so vor 17 Jahren. Kinderviren eben. Sind für Kinder, möchte man meinen. So gesehen ist die Kleine weitaus tapferer als ich. Sie überlebt das Ganze auch ohne sich Schnäuzen zu können.

Liebe Grüße also aus der Quarantäne. Wir schlafen derzeit neben Zwiebelringen, um Luft zu bekommen und riechen nach Imbissbude. Es ist widerlich. Alles ist widerlich. Kinderviren sind widerlich. Krank sein ist widerlich. Nur eines ist bestimmt nicht widerlich: Stillen!

Kinderviren und Kinderkrankheiten

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1 Comment
  • Reply
    Kuriose Hobbys eines Kleinkindes | Mama Jammer
    2. November 2018 at 15:12

    […] Bussis und Winken hoch im Kurs (vor allem Zweiteres haben wir in diesem Haus verboten, weil Kinderviren – eh schon wissen). Folgende Interessen zeigt unser Kind dank unserer hartnäckigen […]

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