Warum man als Mama zur Psychopathin mutiert #1

Kinderlieder

#1 Weil ich glaube, da kommt in den nächsten Jahren noch mehr. Und zu Beginn dieser sicherlich amüsanten Serie möchte ich was zu folgendem Thema loswerden:

KINDERLIEDER

Ich hab ja Freundinnen schon öfter darüber sprechen hören, wie grausam die ganzen Kindermärchen eigentlich sind. Da will eine Hexe Kinder fressen (dazu später mehr), eine Prinzessin wird in Tiefschlaf versetzt, ein Mädchen wird eingesperrt, ein wildes Tier frisst die Oma usw. “Kein Wunder, dass sich die Kinder so fürchten”, haben sie dann gemeint. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass ich jemals Angst vor diesen Geschichten gehabt hätte. Vielleicht, weil ich mich einfach schon immer eher mit der bösen Seite identifiziert habe… nun denn.

Jetzt habe ich ein kleines Baby, das irrsinnig gerne Lieder vorgesungen bekommt. Da es bei mir bei “Alle meine Entchen” auch schon wieder aufhört, hat die Neo-Oma gleich ein Liederbuch besorgt, das jetzt mein Spickzettel ist. Dank Youtube weiß ich auch, wie man die Lieder ungefähr trällert (die mitgelieferte CD …. tja, wir besitzen im ganzen Haus keinen CD-Spieler und kein Laufwerk und ins Auto setz ich mich sicher nicht! … bleibt vorerst eingepackt).
Jetzt singe ich seit ungefähr einem Monat immer die gleichen Lieder. Und erst jetzt wundere ich mich, warum ich nachts mit einem grausamen Ohrwurm ins Bett gehe, oder beim Spazierengehen an nichts anderes denken kann, als an die Frage, wie viel Sterndlein am Himmel stehen. Kinderlieder-Ohrwürmer sind echt grausam! Weil sie musikalisch einfach nur aus C, D, E, F, G und vielleicht noch H bestehen oder manchmal auch nur mit einer Note dahinplätschern.

Und dann der Text. Ich bin ja eine ganz schlechte Musikhörerin, weil mir ein Lied nur aufgrund der Melodie gefällt und ich den Text gar nicht höre. Man singt ihn zwar vielleicht im Auto mit, checkt aber gar nicht, dass man da anscheinend gerade vom Ex-Stalken berichtet. Aber wenn Kinderlieder melodisch schon so wenig hergeben, muss man doch mal genauer auf den Text achten. Und ehrlich. Ich meine… wer hat sich sowas einfallen lassen?

  1. Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann
    Also ich weiß nicht mal was ein Butzemann ist. Früher dachte ich vielleicht noch, dass das eine Gestalt aus einem Horrorfilm ist (hoffe ich nicht!) und zur Frage wer dieser Typ eigentlich ist, kommt noch die: was macht der in unserem Haus??? Zudem rüttelt und schüttelt er sich (hat der Arme Epilepsie?) und ich will mir gar nicht vorstellen, welcher Säckchen er da hinter sich wirft… oder was da drinn ist.
  2. Häschen in der Grube
    Kannte ich überhaupt nicht! Auf jeden Fall geht es darum, dass das Häschen krank ist und von einer Eule dann dazu genötigt wird, Medizin zu schlucken. Und was passiert dann? Juhu, es galoppiert endlich wieder! WTF????
  3. Kommt ein Vogel geflogen
    Soweit ich das verstanden habe, geht es darum, dass das Kind (oder der Illustration im Buch nach zu schließen die Kinder) einsam und alleine irgendwo festgehalten wird. Einen Brief der Mutter beantwortet es nämlich mit: “Ich kann dich (der Vogel der die Nachricht bringt – keine Taube übrigens, sondern eine Möwe) nicht begleiten, weil ich hier bleiben muss.” O_o
  4. Hänsel und Gretel
    Abgesehen von der gruseligen Geschichte, sind mir hier ein paar zu korrigierende Stellen aufgefallen: “Sie will dich braten, im Ofen braun wie Brot!” – ich denke Brot gehört gebacken! Und weil ich ja selber so ein Gender-Enthusiast bin (hahahaahaha): “Wer mag der Herr von diesem Häuschen sein?” – Bitte ändern!
  5. Ein Männlein steht im Walde
    Früher habe ich mir gedacht, dass ist ein wirklich abartig unheimliches Lied. Was macht ein Männlein im Walde, still und stumm? Creepy!
    Dann habe ich gecheckt, dass es offensichtlich um die Verkörperung eines Fliegenpilzes geht. Jetzt sehe ich das Buch an und das Männlein scheint eine Hagebutte zu sein. Warum steht es dann am Boden auf einem Bein? Hagebutten wachsen doch auf Sträuchern, oder nicht? *Verwirrung*

Aber vielleicht sollte ich auch aufhören, diese Liedtexte zu interpretieren. Zumal es jetzt ohnehin noch zu früh ist. Weil was steht ganz groß vorne am Buch? FSK 2. Wir wollen ja mal nicht frühkindliche Schäden anrichten. Bei mir hat das Ganze jedenfalls schon einen ordentlichen Kratzer ins Hirn gemacht. Wenn ich abends Kinderlieder vor mich hinsumme (zum Einschlafen), und mein Mann nicht weiß, ob ich oder Chucky die Mörderpuppe neben ihm liegt.

Warum man als Mama zur Psychopathin mutiert - Kinderlieder
 

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2 Comments
  • Reply
    Warum man als Mama zur Psychopathin mutiert #3 | Mama Jammer
    9. November 2018 at 16:02

    […] Warum man als Mama zur Psychopathin mutiert #1 […]

  • Reply
    Bernhard
    28. November 2017 at 11:02

    Super!

    Besonderer Favorit meinerseits ist auch das Buch “Wer wohnt im Garten?”.
    Dieser Horrorthriller ist zum Glück mit einer Altersfreigabe von 18 gekennzeichnet!
    …bis ich dann draufgekommen bin, dass damit 18 Monate gemeint sind 😉

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