2. Gruppenkuscheltreffen #Vienna

Eigentlich waren ja schon letztes Jahr beim 1. Treffen Menschen nicht so mein Ding. Aber irgendwie rutscht man dann in diese Szene so rein. Da kann man nicht viel machen. Vor allem nicht, wenn man dafür schon gezahlt hat und einem Gruppenzwang unterliegt (keiner hat Lust, also Gruppenzwang, wir gehen hin!) Also haben wir uns eben wieder mal die Zeltstadt in Wien angeschaut. Das ist so ein bisserl ein Synonym, weil ja niemals jemand zugegeben würde, dass dieses Rock in Vienna in Wahrheit ein Treffen anonymer Gruppenkuschler ist. Jetzt, woher weiß ich das. Ich bin ja eine Meisterin der Observation und sehe prinzipiell hinter jeder Situation oder Aussage eine versteckte Botschaft mit ein bisserl Verschwörung und Korruption und sowieso. Da bin ich ein bisschen so wie die FPÖ. Das schadet auch nicht, weil ich interpretiere da ja jetzt nichts rein, sondern das sind wirklich Tatsachen und objektive Betrachtungen. Überhaupt nix weit hergeholt! Also folgende Indizien:

  1. Assimilation und Anonymität – Man versucht ja nicht zuviel von seiner eigenen Identität preiszugeben. Hab ich selber ganz automatisch gemacht, in dem ich fünf Minuten vor dem Betreten des Geländes auf einmal automatisch einen ur-seltsamen Dialekt gesprochen hab. Manche haben auch gar nicht gesprochen, weil die haben sich sicherheitshalber die Lippen mit Piercings versiegelt. Super Idee, muss ich mir merken!
  2. Teilnehmer – Also ich nehm da jetzt nur eine ganz spezielle Zielgruppe heraus, ich will ja nicht von allen auf alle schließen. Es gibt sicher auch ein paar ganz andere. Aber das Klientel dort war schon eindeutig. Also so richtige stumme Schreie nach Liebe hat man gehört. Die haben sich schon richtig gefreut, sich an andere nicht matriarchale Körper schmiegen zu können. Das tolle beim Gruppenkuscheln ist ja, dass man da vorher nicht duschen muss und trotzdem rangelassen wird.
  3. Platzierung des Objektes der Begierde – Der Typ der da ganz vorne steht, den müssen alle sehr lieb haben. Weil die ganze Menge drängt auf ihn zu. Alle wollen sie nach vorne. Irgendwann steht man dann an und dann bleibt einem ja nichts anderes übrig, als den Vordermann ganz fest zu drücken. Also liebe deinen Nächsten! Keiner wird ausgeschlossen, so kommen alle zum Zug, ganz ausgeklügeltes Konzept.
  4. Musik – Also wenn du dann von mindestens fünf Leuten rund um dich herum geliebt wirst (Gott sei Dank hab ich meine eigenen mitgenommen) bist du eigentlich eh schon richtig in Stimmung. Aber für alle, die da noch ein bisschen mehr als Hinterkopf-Starren und Fremdschweiß-Sammeln brauchen, um auf ihre Kosten zu kommen, gibt es dann noch romantische Musik.

Ja und diese Musik. Himmlisch! Zuerst spielen uns ein paar Engerl an den Streichern etwas vor. Das machen die so hingebungsvoll. Der eine liebt sein Instrument wirklich, umklammert es in der Äffchenstellung und kugelt damit am Boden herum während er es ordentlich herfidelt. Ein Traum. Seh ich natürlich alles nicht, weil ich so auf den Hinterkopf vor mir konzentriert bin. Aber manchmal werde ich übermütig und spring ein bisserl auf und ab und da reichts mir schon, dass ich mir ein Bild von der Szenerie machen kann.
Aber richtig poetisch ist es dann mit Rammstein geworden. Also zumindest glaube ich, dass die das waren, weil rund um mich wurden „Scharnstein! Randstein! Sandschwein!“ gerufen. Und dann singen die auch noch ganz klar: „Du riechst so gut! Ich geh‘ dir hinterher! Du riechst so gut, ich finde dich so gut! Du riechst so gut, ich steig dir nach! Du riechst so gut, gleich hab ich dich.“ O_o
Na bitte! Das sagt ja wohl alles! Also besser hätten die Burschen die Masse nicht beschreiben können. Riechen tu ich leider nichts, weil ich vom passiven Grasrauchen ganz high bin.

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Gruppenkuscheln mit Riesen

Also richtig erwärmen hab ich mich für das Gruppenkuscheln dann doch nicht können. Dafür hatte es aber auch gute Seiten! Rammstein bietet seine Dienste nämlich auch als Hochzeitsband an! Die haben das Treffen gleich der Zielgruppe entsprechend dafür genutzt, ein paar Traumusik-Kostproben zu geben. Ich bin noch am überlegen ob ich eher zu „Links-2-3-4“, oder „Hier kommt die Sonne“ zum Altar schreiten werde. Je nachdem, zu welcher Melodie sich das Opferlamm am wohlsten fühlt, werden wir das entscheiden. Das Ja-Wort-Gesage wird auch ganz romantisch untermalt mit „Du hast, du hast mich, du hast mich gefragt, und ich hab nichts gesagt. Willst du bis der Tod euch scheidet, treu sein für alle Tage?“ Danach müsste man den Text ein bisserl verändern. Das Lied endet da eher nicht so positiv, aber das bekommen die sicher hin. Enden werden wir dann sicher mit dem Lied „Liebe ist für alle da!“ und dann stell ich mir mein ganz eigenes Gruppenkuschel-Event vor. So wird das!

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